Mehr Stadt,mehr Leben,mehr Kultur

Plakate und Bildschirme prägen Zürichs Strassen und Plätze. Wir wollen mehr Platz für Kultur und Lokales und eine Stadt, in der man gerne verweilt.

Warum wir weniger kommerzielle Werbung wollen

Den öffentlichen Raum nutzen wir alle, täglich. Was dort hängt und flimmert, hat aber niemand von uns ausgesucht. Das wollen wir ändern!

Auf öffentli­­chem Grund und auf Grundstücken der Stadt Zürich gibt es rund 3700 Werbeflächen, die der Stadt 2023 rund 19,7 Millionen Franken einbrachten. Das entspricht etwa 44 Franken pro Person und Jahr.¹ Dazu kommen rund 5400 Werbeflächen auf privatem Grund, die von der Strasse aus sichtbar sind und der Stadt keinen Rappen einbringen.²

Das lokale Gewerbe bucht weniger als 1 % der kommerziellen Werbeflächen. KMU machen zwar insgesamt fast zwei Drittel der Kundschaft der Plakatfirmen aus,³ buchen aber nur etwa 3 % der Flächen.⁴ Den grossen Rest belegen die grössten nationalen und internationalen Marken.

Werbung passt schlecht zu den Zielen, die sich Zürich für den öffentlichen Raum und den Klimaschutz gesetzt hat. Anfang April 2026 warb beispielsweise rund ein Viertel aller kommerziellen Flächen für Autos, viele davon über den geltenden CO₂-Grenz­­werten.² Ausserdem verbraucht ein einziger Werbe­­bildschirm pro Jahr bis zu 3500 kWh⁵ – so viel Strom wie ein Fünf-Personen-Haushalt. Die Stadt gibt für schönere Plätze und sichere Strassen weit mehr aus, als sie mit Werbung einnimmt, und vermietet denselben Raum dann an Angebote, die diesen Zielen zuwiderlaufen.

Wir wollen den öffentlichen Raum anders gestalten: weniger kommerzielle Flächen, keine Werbebildschirme und mehr Platz für Kultur, Bildung, Quartier und Kleingewerbe.

¹ Stadtrat Zürich, Antwort auf Motion 2024/178, S. 6
² IG Plakat | Raum | Gesellschaft (IG PRG), Plakatwerbung mit Zukunft (Umsetzungskonzept), 2026, S. 20
³ Das heisst: 63 %. Aussenwerbung Schweiz/PwC, Studie zum volkswirtschaftlichen Beitrag der Schweizer Aussenwerbung, 2023, S. 10
⁴ IG PRG, Erhebung Stadt Zürich, 4.9.22
⁵ IG PRG, Plakatwerbung mit Zukunft (Umsetzungskonzept), 2026, S. 4. Basierend auf EBP, Energie- und Treibhausgasbilanz Werbeanlagen, 2024 , S. 15

Bis zu
7 %

der Schweizer Treibhausgasemissionen stehen laut einer Studie im Zusammenhang mit werbebedingtem Konsum.

Infras im Auftrag von Greenpeace, 2023

CHF
19,7 Mio.

nimmt Zürich jährlich mit Werbung auf städtischem Grund ein – 0,18 % der Einnahmen und weit weniger, als die Stadt für schöne Plätze ausgibt.

Stadtrat Zürich, Antwort auf Motion 2024/178

Nur etwa
3 %

der kommerziellen Werbeflächen werden von KMU gebucht, vom lokalen Gewerbe sogar weniger als 1 %. Den Rest belegen grosse nationale und internationale Marken.

IG Plakat | Raum | Gesellschaft, Erhebung 2022

Was wir fordern

Klimaschädliches nicht mehr bewerben

Werbung soll Aufmerksamkeit auf Produkte lenken und den Absatz steigern – und das gelingt ihr auch. Laut einer Studie von 2023 gehen bis zu 7 % der Schweizer CO₂-Emissionen und bis zu 10 % der Umweltbelastung auf werbebedingten Mehrkonsum zurück.¹ Besonders ins Gewicht fallen dabei Autos und Flugreisen: Anfang April 2026 warb rund ein Viertel aller kommer­­ziellen Flächen in Zürich für Autos, von denen viele über den geltenden CO₂-Grenzwerten liegen.² Auf Trams und Megapostern an städtischen Gebäuden erscheinen Flugreisen zudem als Normalität.

Wir schränken schon heute Werbung für gesundheitsschädliche Produkte wie Tabak und Alkohol ein und auch sexistische Werbung ist in Zürich auf öffentlichem Grund nicht erlaubt. Werbung für Angebote einzu­­schränken, die grosse ökologische Schäden verursachen, ist genauso sinnvoll – Den Haag und Amsterdam machen es vor.³

¹ Greenpeace/Infras, Werbebedingte Emissionen und Umweltbelastung in der Schweiz, 2023, S. 4, 21
² IG PRG, Erhebung Stadt Zürich, 4.9.22
³ Bouman, Bolderdijk & Smith, Local fossil fuel ad ban as a catalyst for global change, 2025

Reduktion der Gesamt­werbefläche

In Zürich gibt es mehr Werbeflächen, als gebucht werden. Ganze 50–60 % der Sendezeit von Bildschirmen bleiben im Jahresmittel unverkauft – sagt Goldbach Neo selbst.¹ In dieser Zeit läuft oft Werbung für Werbung oder für Firmen aus dem eigenen Konzern. Beispiele sind Werbung für die NZZ, die an der APG beteiligt ist, oder für den Tages-Anzeiger, der wie Goldbach Neo zur TX Group gehört. Statt dieser Übersättigung wollen wir Platz für Kunst, Bänkli oder blühende Sträucher.

¹ Goldbach Neo OOH, Rekursantwort an die Lauterkeitskommission, laut IG PRG

Keine aufdringlichen Werbe­bildschirme

In Zürich stehen auf öffentlichem und städtischem Grund 342 Werbe­­bild­­schirme, die meisten davon in den Wartehallen der VBZ.¹ Dazu kommen immer mehr Bildschirme in Schau­­fenstern, oft ohne Bewilligung.² Werbebildschirme sind Stromfresser: Ein einziger Bildschirm ver­­braucht pro Jahr bis zu 3500 kWh Strom³ – so viel wie ein Fünf-Personen-Haushalt. Mit schnellen Bildwechseln ziehen sie den Blick auf sich, ob man hinschauen will oder nicht. Der öffentliche Raum soll aber ein Ort sein, an dem wir gerne verweilen, Menschen begegnen und die Stadt geniessen, und dafür braucht es keine flimmern­­den Bildschirme.

¹ Stadtrat Zürich, Antwort auf Motion 2024/178, S. 5
² IG PRG, Plakatwerbung mit Zukunft (Umsetzungskonzept), 2026, S. 1, 7, 26
³ EBP, Energie- und Treibhausgasbilanz Werbeanlagen, 2024 , S. 15

Mehr Platz für Kultur und das lokale Gewerbe

99 % der Schweizer Unternehmen sind KMU. Sie stellen in der Schweiz rund zwei Drittel der Arbeitsplätze,¹ buchen aber nur etwa 3 % Werbeflächen in Zürich – das lokale Gewerbe sogar weniger als 1 %.² Eine Kampagne, die in der ganzen Stadt sichtbar ist, können sich nur grosse Konzerne leisten. Die Bäckerei um die Ecke geht neben dieser Werbung unter.

Die Stadt gewährt dem lokalen Gewerbe heute schon einen günstigeren Tarif auf einem Teil ihrer Plakatflächen.³ Diesen Anteil wollen wir ausbauen, damit auf Zürichs Plakaten wieder zu sehen ist, was Zürich ausmacht.

¹ SECO, KMU in Zahlen
² IG PRG, Erhebung Stadt Zürich, 4.9.22
³ Stadtrat Zürich, Antwort auf Motion 2024/178, S. 4

==Kultur== und Gemein­­nütziges ==bleibt==

Kultur und Gemein­­nütziges bleibt

Auf Zürichs 150 Kulturplakatsäulen hängen 3000 Plakate für Konzerte, Ausstellungen, Sport und Kurse gleichzeitig, im Jahr bis zu 156 000. Auf keiner anderen Werbe­­fläche der Stadt steht so viel auf so wenig Raum. Dazu kommen rund 500 Kultur­­plakate im Weltformat an guten Lagen.¹ All das soll bleiben. Wir wollen weniger kommerzielle Werbung, die den Klimazielen der Stadt zuwiderläuft, und nicht weniger Information.

Heute gehen solche Plakate zwischen den Grosskampagnen oft unter. Wird die kommerzielle Werbung weniger, bleiben mehr Raum und mehr Aufmerksamkeit für Kultur, Bildung und das Quartier. Eine Stadt mit weniger Werbung ist keine ärmere Stadt. Sie ist eine, in der Zürich selbst das Wort hat.

Mehr Kultur, mehr Leben, weniger kommerzielle Werbung

¹ Stadtrat Zürich, Antwort auf Motion 2024/178

Kontakt

Hast du Fragen zu unserem Anliegen oder möchtest bei uns mitwirken? Wie möchtest du dich einbringen, welche Ideen möchtest du mit uns teilen? Wir freuen uns auf deine Nachricht.

hallo@züri-werbefrei.ch

Spenden

In Züri Werbefrei steckt viel ehrenamtliches Engagement – eine Stadt mit weniger Werbung liegt uns am Herzen.

Unsere Gegenseite sind Gross­­konzerne der Werbe- und Medienbranche, welche nicht nur enorme finanzielle Möglichkeiten haben, sondern ihre Macht über den öffentlichen Raum direkt nutzen und ihre eigenen Plakate anbringen, die sich gegen unsere kritische Haltung richten.

Mehr Geld gibt uns mehr Möglichkeiten für unser Engagement. Danke für deine Unterstützung.

Jetzt spenden

Mit der Banking-App scannen

Konto
CH88 0839 2000 1628 7430 8
Zahlbar an
Verein Züri Werbefrei
8000 Zürich